Winterzeit ist Reparaturenzeit


Defekter Dampfregler einer Baureihe 23

 

Nach ca. 15 Betriebsjahren ist der Regler an seinem "Lebensende" angekommen. Dies äußerte sich in zu geringem Dampfdurchsatz bei voll geöffneten Regler.

 

Wie man auf den Bildern erkennen kann, war der Ausbau, bedingt durch die Verkokung der Verschraubungen, nur noch mit der Säge möglich. Da die Verrohrung für den neuen Regler aber ebenfalls geändert werden muss, war dies kein Problem.

Auch der Anschluss für den Hilfsbläser wird erneuert, da das Kupferrohr Papierstärke erreicht hatte.

 

Der neue Regler befindet sich derzeit im Bau und wir werden berichten, sobald es hier weitere Entwicklung gibt.


Das ist der neue Regler

 

Unschwer erkennt man, dass es sich um einen serienmäßigen Kugelhahn handelt. Alle metallenen Teile sind aus rostfreiem Stahl, die Dichtungen bestehen aus Teflon. Die zulässige Temperatur ist 220°C. Bei einem Betriebsdruck des Kessels von max. 8 bar sollte das ausreichen.

Hier sieht man den demontierten Regler,die notwendigen Verschraubungen und Lötfittings für den Einbau. Ob die Kupferteile alle gebraucht werden, wird sich bei den Anpassungsarbeiten zeigen.

Die beiden Kugeln zeigen den wichtigen Unterschied zum "Serienteil". Da vom geschlossenem Regler bis zur vollen Öffnung nur 90° zur Verfügung stehen, wurde die originale Kugel mit der 15 mm Bohrung (rechts) gegen eine neue Kugel ersetzt. Ein befreundeter Dampfbahner hat sie mir zu Verfügung gestellt. Man sieht, dass zuerst nur ein kleiner Querschnitt geöffnet wird. Das macht das Anfahren und die Regelung wesentlich einfacher. 


Es geht weiter:

 

Als erstes sieht man den Regler mit montiertem Betätigungshebel. Hierbei besteht das Problem, dass nur ca. 24mm „Weg“ für die 90° zwischen offen und geschlossen zur Verfügung steht. Damit wurde der Hebel recht kurz.

 

Auf dem nächsten Foto sind alle Rohrleitungen und Verschraubungen „kalt“ zusammengesteckt. Die mechanische Befestigung des Reglers fehlt noch. Der Übergang zur alten Reglerbetätigung ist schon montiert. Es wird recht eng in der Rauchkammer. Vielleicht hätte man doch einen Umbau auf 12mm Rohre überlegen sollen.

 

Als Nächstes wird die Befestigung in Angriff genommen. Nachdem der Anschluss zum Kessel verlötet und mit dem Regler verschraubt ist, kann der Befestigungswinkel angepasst werden. 

 


Jetzt wird gelötet:

 

Auf dem nächsten Foto sieht man den Aufbau, um Hartlötungen mit „Hausmitteln“ durchzuführen. Mit zwei, manchmal auch drei, Lötlampen wird das Ganze machbar.

 

Das Ergebnis kann man auf dem nächsten Foto sehen.

 

 Alle Hartlötungen (alles mit Silberlot) innerhalb der Rauchkammer sind fertig. Es bleiben noch die Dampfzuführungen zu den Zylindern übrig. Dafür muss einiges an Abdeckungen angebracht werden, da sonst im Umkreis um die Lötung nichts mehr „heile“ bleibt.

 


Der Abschluss:

 

Das letzte Foto zeigt den Anschluss der Dampfzuleitung auf dem linken Zylinder. Die Verkleidung ist auch schon montiert. Jetzt müssen nur noch die anderen Kleinigkeiten, die bei der Demontage leider defekt gegangen sind, ersetzt werden. An erster Stelle ist da der Hilfsbläser zu nennen. Ein Loch im Rauchkammerrohr, das nicht mehr benötigt wird, muss verschlossen werden. Die Attrappe des Oberflächenvorwärmers muss neu lackiert werden.

 

Danach kommen nur noch die normalen Wartungsarbeiten, die nach einer Winterpause fällig sind.   

 



Der Praxistest:

 

Am ersten Fahrtag war natürlich noch der „heiße“ Test fällig. Was mit Druckluft funktioniert muss nicht auch mit Dampf gehen. Aber der Fahrtag war ein voller Erfolg. Der neue Regler funktioniert einwandfrei. Die Lok lässt sich sehr gut anfahren und die Regelung bis zur vollen Öffnung des Reglers ist sehr zufrieden stellend. Nach sechs Stunden Betrieb sieht jetzt die Rauchkammer wieder aus wie immer. Alles in „Einheitsfarbe“ und etwas Flugasche.  


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